Nicaplast aktuell

PROTESTSCHREIBEN DER GRUPO SUIZO Y ALEMÁN DE NICAPLAST

Am 26. Juli 2018 wurden in Nicaragua vielen Ärzten und medizinischem Fachpersonal fristlos gekündigt.

Ebenfalls Dr. Gustavo Herdócia, dem medizinischen Leiter der Nicaplast-Gruppe, unserem Partner, engem Freund und Chef der Klinik für Plastische- und Rekonstruktive Chirurgie des Universitätsspitals in León (HEODRA) und Professor der Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua (UNAN) León. 

Dies ist ein weiterer Schritt der schweren Repression der autokratischen Regierung Nicaraguas gegen das eigene Volk in einer Auseinandersetzung seit April 2018, die bereits über 400 Todesopfer und viele tausende Verletzte gefordert hat.

Wir können dieser Situation nicht tatenlos zusehen und haben deshalb ein Protestschreiben an die Direktion des Krankenhauses und an den Rektor der Universität in León verfasst und hoffen damit, unsere Partner vor Ort unterstützen zu können.

Protestschreiben als PDF hier lesen

ZUR AKTUELLEN LAGE IN NICARAGUA

Mitte April 2018 kündigte der Nicaraguanische Präsident Daniel Ortega eine Reform der defizitären Sozialversicherung an. Die Beiträge der Arbeitenden sollten erhöht und die Renten gekürzt werden.

Die Bevölkerung, insbesondere die Studenten, lehnten sich dagegen auf, wonach Daniel Ortega das Gesetz zurückzog. Dies änderte jedoch nichts an der über viele Jahre aufgestauten Unzufriedenheit der Bevölkerung, die den Rücktritt des Präsidenten und vorgezogene Neuwahlen fordert.

Seitdem kommt es in grossen Teilen des Landes zu Protesten gegen die Regierung von Daniel Ortega und seiner Ehefrau, die er vor kurzem zur Vizepräsidentin gemacht hat, Rosario Murillo. Dies äussert sich in gewalttätigen Unruhen, blutigen Auseinandersetzungen, Plünderungen, Strassensperren, Brandstiftungen und Streiks, bei denen bisher ca. 400 Menschen getötet, 2000 verletzt und unzählige Menschen entführt wurden.

Botschaften haben ihr Personal abgezogen und der Flughafen in Managua wird in der Nacht und den frühen Morgenstunden nicht mehr angeflogen.

Infolge der kritischen Lage sind Versorgungsengpässe die Folge. Güter für den täglichen Bedarf, Treibstoff und Medikamente sind nicht mehr ausreichend und überall verfügbar. Wichtige Arbeitsplätze gehen verloren und die Wirtschaft bricht zusammen.

Ambulanzen und Spitäler funktionieren nur noch eingeschränkt und behandeln hauptsächlich Verletzte durch Folgen der gewaltsamen Auseinandersetzungen. Epidemien verbreiten sich, medizinisches Material wird knapp.

Angesichts der mehr als drei Monaten andauernden Unruhen besteht ein derart hohes Sicherheitsrisiko nach Nicaragua zu reisen, dass unser geplanter Einsatz vom 25. Januar bis 9. Februar 2019 zum aktuellen Zeitpunkt leider stark gefährdet ist.

Das ganze Nicaplast-Team ist sehr betroffen von den schlimmen Nachrichten. In Gedanken und unseren Herzen sind wir bei unseren Nicaraguanischen Freunden, mit denen wir weiterhin in engem Kontakt stehen. Für die gesamte Bevölkerung Nicaraguas, die uns immer so freundlich aufgenommen und sich um uns bemüht hat, hoffen wir innig, dass bald wieder Ruhe und Sicherheit in Nicaragua einkehren wird.

Auch von zu Hause aus werden wir weiterhin Unterstützung leisten und sobald sich die Lage im Land beruhigt hat, wird der nächste Einsatz stattfinden. Dann wird unsere Hilfe mehr denn je benötigt werden.

Bitte unterstützen Sie uns weiterhin bei unserer Mission mit Ihrer Spende!

 

Herzlichen Dank!

 

DAS NICAPLAST-TEAM

Ehrenprofessur für Anästhesie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Logopädie und Kieferorthopädie

Die Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua León (UNAN) ehrte dieses Jahr langjährige Mitarbeiter der Grupo Suizo y Aleman de Nicaplast.

Florian Thieringer, Andreas Lampart, Ignacio Filippon, Brigitte Spirgi, Marc Blaise, Helena Simitzis und Ulrike Wohlleben wurde der Titel „Profesor honorario“ (Professor honoris causa) der Universität als Anerkennung und Dank für die nachhaltige und kontinuierliche Zusammenarbeit sowie deren unermüdlichen Einsatz für das Nicaraguanische Volk verliehen. Die Ehrung fand am 8. Februar in der Aula der Universität von León statt.

Andreas Lampart, Brigitte Spirgi und Helena Simitzis sind Anästhesisten, Florian Thieringer ist Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg, Ignacio Filippon Kieferorthopäde, Marc Blaise Zahntechniker und Ulrike Wohlleben Logopädin. Ein grosser Teil der Geehrten sind seit vielen Jahren dabei, einige schon seit den Anfängen.

In ihren Dankesreden reflektierten die Geehrten die Entwicklungen der letzten Jahre und betonten die dringende Notwendigkeit, die Arbeit in Nicaragua fortzusetzen und auszubauen.

„Die Ehrenprofessur ist einerseits eine ganz besondere Ehrung, andererseits auch ein Auftrag, das Projekt Nicaplast weiterzubringen und zu entwickeln“, so Florian Thieringer.

 

  

 

 

Das Team 2018 mit unseren lokalen Partnern nach der Ehrung.

Patienten nehmen lange Anreise auf sich…

…wir hoffen, Dansy in León nach der langen Anreise (2 Tage mit dem Boot und einen Tag mit dem Bus) wohlbehalten mit ihrer Mutter zu sehen und ihr gemeinsam mit unserem lokalen Partner, Dr. Gustavo Herdòcia, helfen zu können.

 

Handchirurgie in Nicaragua

Handverletzungen und Folgen davon sowie angeborene Fehlbildungen werden in Nicaragua praktisch nicht behandelt. Es existiert keine handchirurgische Versorgung. Aufgrund fehlender Ausbildung der Chirurgen und Orthopäden werden die Probleme meist nicht erkannt und nicht adäquat behandelt. Seit 7 Jahren ist der Handchirurg Philipp Honigmann für Nicaplast tätig und berichtet in einem Portrait vom 1.1.2018 in der Basellandschaftlichen Zeitung über seine Motivation und Erfahrung.

 

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